| Nachschließsicherheit |
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Definition: Die Nachschließsicherheit ist der Grad der Erschwerung, den Schließzylinder mit anderen als dem zugehörigen Schlüssel zu schließen. Die Praxis zeigt, daß diese an sich selbstverständlich klingende Eigenschaft nicht selbstverständlich ist. Dies gilt gelegentlich bei Einzelschließungen, mehr jedoch bei Schließanlagen, wo aufgrund von Forderungen hinsichtlich Komplexität und Größe der Schließanlagen eine große Zahl verschiedener Schließungen organisatorisch verknüpft sind. Nachschließsicherheit muß gegeben sein, sowohl bei ähnlichen Originalschlüsseln innerhalb einer Schließanlage als auch bei Originalschlüsseln verschiedener Schließanlagen, sowie Einzelschließungen. Nachschließsicherheit ist auch ein Kriterium, welches den Schwierigkeitsgrad für die Anfertigung von unberechtigten Schlüsselkopien betrifft. Wenn bei Schlüsselnachfertigung die erforderlichen Fertigungstoleranzen nicht exakt eingehalten werden, wird die einwandfreie Schließfunktion gestört oder verhindert. Wirksame Maßnahnen zur Erzielung einer hohen Nachschließsicherheit liegen in erster Linie im konstruktiven Bereich und in den Fertigungstoleranzen. Engste Schließtoleranzen im Zuhaltungsbereich, scharfe Trennkanten an Stiften und Bohrungen von Zylinderkern und -gehäusen ermöglichen eine hohe Zahl „echter“ verschiedener Schließungen, die sich sicher gegeneinander ausschließen. Zu den konstruktiven Maßnahmen gehört unter anderem die Flankenauflage zwischen Schlüsselkerben und Kernstiften. Hierbei ist neben der hohen Genauigkeit der Kerbentiefen die exakte Einhaltung der Funktionsmaße zwischen Kerbenmittellinie und Schlüsselanschlag erforderlich. Die Erhöhung der Zahl der Zuhaltungen ist ein weiterer Schritt zu hoher Nachschließsicherheit. Wenn bei fünf konventionellen Stiftztihaltungen zum Beispiel 40.000 (theoretisch 100.000) verschiedene Schließungen realisierbar sind, so liegt diese Zahl bei sechs Stiftzuhaltungen bei etwa 400 000 (theoretisch 1.000.000) und bei sieben Zuhaltungen bei 4.000.000 (theoretisch 10.000.000). Hierbei sind unterschiedliche Schlüsselprofilierungen vorerst unberücksichtigt. Der große Unterschied zwischen den tatsächlich und theoretisch erreichbaren Schließungenlässt sich mit nicht verwendeten Kombinationen erklären. So werden z.B. Schließungen nicht verwendet bei denen alle Schlüsselkerben die selbe Tiefe aufweisen. Gute Schließsysteme zeichen sich u.a. dadurch aus, dass benachbarte Stifte mindestens zwei Stufensprünge voneinander entfernt sind. Nachschließsicherheit wird auch durch den Einsatz zusätzlicher Sperrelemente wie Kipphebel, Wippen, Fingerstifte, axiale Aufsperrsicherungen usw. erreicht. |


Bei 10 möglichen Kerbwerten je Zuhaltung ergeben sich Kerbensprünge zwischen 0,4 mm und 0,5 mm. Damit die Nachschließsicherheit über eine lange Lebensdauer erhalten bleibt, sind bei hochwertigen Zylindern weitere, zum Teil aufwendige Vorkehrungen getroffen.
Dies sind zum Beispiel sorgfältige Auswahl verschleißminimierender Materialien für Schlüssel und Zuhaltungsstifte, verschleißmindernde Flankenauflage an den Funktionskanten und -flächen und flache Kerbenwinkel beim konventionellen Schlüssel. Bei Spitzen- oder Punktauflage zwischen Kernstiften und Schlüsselkerben geht der Verschleiß der Stiftspitze schnell zu Lasten der Funktionstüchtigkeit des Zylinders. Um dies zu verzögern. werden die Schließtoleranzen bisweilen von Hause aus vergrößert, was jedoch zu lasten der Nachschließsicherheit geht. Die in der Abb. gezeigte Flankenauflage in Kombination mit einem Kerbenwinkel von 110° garantiert höchste Verschleißfestigkeit über die gesamte Lebensdauer. Die richtige Schmierung sowohl bei der Herstellung im Werk als auch als Empfehlung zur Nachschmierung für die gesamte Lebensdauer ist eine weitere nicht zu unterschätzende Maßnahme.