| Funktion und Systeme - Aufbau und Funktion |
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Seite 2 von 2 Schließzylinder Aufbau und Funktion
Die wesentlichen Bestandteile des Schließzylinders sind das Zylindergehäuse, der Zylinderkern mit Schlüsselkanal, die Stiftzuhaltungen und ein Mitnehmer, der das eigentliche Schloss betätigt. Der Zylinderkern ist drehbar im Zylindergehäuse gelagert. Die Stiftzuhaltungen bestehen beim Yaleprinzip aus unterschiedlich langen Kernstiften, Gehäusestiften und Zuhaltungsfedern. Sie sind in fluchtenden Bohrungen in Zylinderkern und Zylindergehäuse gelagert. Bei abgezogenem Schlüssel werden die Zuhaltungen durch die Zuhaltungsfedern in eine definierte Endlage gebracht, so daß die Gehäusestifte Zylinderkern und Zylindergehäuse verriegeln und das Drehen des Zylinderkernes und damit die Betätigung z.B. des Riegelmechanismus eines Zylinderschlosses verhindern. Das Drehen des Zylinderkernes ist nur möglich, wenn alle Trennebenen zwischen Gehäuse- und Kernstift mit der Trennlinie zwischen Zylinderkern und -gehäuse in Deckung gebracht sind. Dies geschieht in der Regel durch das Einführen des passenden Schlüssels in den Schlüsselkanal. Zahl der Stiftzuhaltungen beim konventionellen Yale-PrinzipSchon sehr früh wurde erkannt, daß eine Mindestanzahl von Stiftzuhaltungen erforderlich ist, um sowohl eine akzeptable Anzahl von Schließungsverschiedenheiten und eine hinreichende Sicherheit gegen das Auftasten zu erreichen. Bereits Yale jun. sah in seinem im Patent von 1865 dargestellten Schließzylinder mit einreihig angeordneten Zuhaltung fünf davon vor. Auch die ersten in größerem Umfang in Serie produzierten Schließzylinder dieser Art wiesen fünf Stiftzuhaltungen auf. Ansätze mit vierstiftigen Systemen erfolgreich zu sein, verschwanden recht bald und vierstiftige Zylinder wurden zumindestens im Baubereich nur noch als Problemlösungen für besonders kurze Zylinder mir untergeordneten Sicherheitsfunktionen akzeptiert. Um den steigenden Ansprüchen an die Sicherheit und Komplexität von Schließanlagen gerecht zu werden, entstanden durch Verwendung weiterer Stiftzuhaltungs-Paare sechs- und siebenstiftige Systeme, bei denen jedoch Zylinder- Grundlängen von beispielsweise 65 mm, 69 mm und 71 mm berücksichtigt werden müssen. Zahl der Stiftzuhaltungen bei WendeschlüsselsystemenDie Höhe des Schlüsselschaftes, der für die Nutzung von Kerbentiefen
Je nach Stärke der Zuhaltungsstifte, angestrebtem Sicherheitsniveau, tatsächlicher Funktion der Stifte im Zylinder und Systemabmessungen liegt die Zahl der genannten Stiftzuhaltungen zwischen fünf und 22. Bei der Realisierung von Schließanlagen werden die genannten hohen Stiftzahlen im Zylinder als "mögliche" Stiftpositionen genutzt, jedoch nicht generell mit Zuhaltungen besetzt.
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zur Verfügung steht, beträgt bei konventionellen Schließzylindersystemen 4 bis 4,5 mm. In Abhängigkeit von weiteren konstruktiven Merkmalen können bis zu zehn praktisch wirksame Kerbentiefen vorgesehen werden.
Die Dicke des Schlüsselschaftes bei Wendeschlüsselsystemen liegt bei 2 bis 2,5 mm. Zum Teil wird durch Stege auf der Breitseite die praktisch nutzbare Dicke vergrößert. Das Bohrbild bei Wendeschlüsseln ist bei marktgängigen Systemen spiegelsymetrisch auf beiden Schlüsselseiten angeordnet. Das bedeutet eine Einschränkung der Kerben- bzw. Muldentiefen und der damit verwendbaren Variationsmöglichkeiten pro Stift- position. Dies wird kompensiert durch eine hohe Zahl von Stiftzuhaltungen, die im Zylinderkern angeordnet sind bzw. einer hohen Zahl von Bohrmulden auf der Schlüsselbreitseite. Nicht gefederte sogenannte Kontrollstifte haben nicht den Sicherheitswert von vollwertigen Zuhaltungen und dürfen bei der Betrachtungsweise hinsichtlich sicherheitsrelevanter Zuhaltungen nicht mitgezählt werden. Sie haben eher die Funktion von Schlüsselprofilen bei konventionellen Flachschlüsseln.
