| Funktion und Systeme |
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Verwendung des Schließzylinders, Funktion und SystemeSchlüssel als Zeichen der Schlüsselgewalt Schlüssel von Tor- und Türschlössern großer Abmessungen symbolisierten in früheren Jahrhunderten deutlich sichtbar die Bedeutung und die Schlüsselgewalt des Schlüsselträgers. Die Verbreitung derartiger Schlüssel war vergleichsweise gering und der Besitz damit etwas Besonderes. Die Wichtigkeit und die Vertrauensstellung des Verftigungsberechtigten, im wahrsten Sinne des Wortes die Schlüisselgewalt, wurde hervorgehoben. Der Besitz eines Schlüssels ließ Eigentum des Schlüsselträgers vermuten. Mit der Trennung von Schlosseingerichte und Schließzylinder und dessen Miniaturisierung sowie die industrielLe kostengünstige Herstellung von Verschlüssen, die mit Schlüsseln zu betätigen sind, trat auch die „sichtbare“ Bedeutung des Schlüssels mehr und mehr in den Hintergrund. Eine spezielle Vertrauens- oder Machtstellung im Geselischaftsieben wird nicht mehr automatisch hervorgehoben. Heute hat allein der Besitz von Schlüsseln nicht gleichzeitig die ihm früher anhaftende Repräsentationswirkung. Jedoch der sichtbar „besondere“ Schlüssel mag weiterhin die Wichtigkeit des Schlüsselträgers signalisieren, entweder durch Präsentation der außergewöhnlichen Merkmale des Schlüssels oder als Zeichen für den dahinter vermuteten hochwertigen, abzuschließenden Gegenstand. Verwendung und Einsatz des SchließzylindersWährend der Schließzylinder Mitte des 19. Jahrhunderts von Linus Yale jr. aus der anspruchsvolleren Verschlußtechnik für Behältnisse flur die breitere Anwendung weiterentwickelt wurde, blieb er doch anfänglich aufgrund der fertigungstechnischen Möglichkeiten und damit hohen Kosten höherwertigen Anwendungen vorbehalten. Ende des 19. Jahrhunerts / Anfang des 20. Jahrhunderts fand er in Deutschland auch im Türschlossbereich Anwendung. Anfangs durch auf Einsteckschlösser und Kastenschlösser von einer oder beiden Seiten aufgesetzte Zylinderhälften und später durch einteilige Doppelzylinder. Die ebenfalls aus den 20er Jahren bekannte Einbausicherung wird bis heute von verschiedenen Anbietern sowohl in der Ursprungsbauweise als auch in vielen verschiedenen abgeänderten Bauformen für unterschiedliche industrielle Anwendungen hergestellt. Jahrzehn Sicherheit in der EntwicklungIm Gegensatz zur nahezu gleichgebliebenen äußeren Form und den Anschlußmaßen gibt es das Innenleben und die Funktionsteile des Schließzylinders vielfältige Entwicklungen und Produkte am Markt. Neben Schließsystemen mit zusätzlichen Abtastelementen wie Kipphebel, Kugeln und Schiebern, entstanden Systeme mit mehrreihigen Stiftzuhaltungen, Drehscheiben, Kurvensteuerungen und verschiedene magnetisch codierte Schließsysteme. Elektronik im Schließzylinder findet in zunehmendem Maße dort Anwendung, wo zusätzlich zur mechanischen Änderungen der Schließberechtigungen, die Zentral- oder Fernüberwachung, die zeitliche Eingrenzung von Zutrittsberechtigungen sowie die Protokollierung von Schließvorgängen gefordert werden. Hier setzen sich die Systeme durch, die ohne Einschränkungen in bestehende Schließanlagen einbezogen werden können, um den gestiegenen Sicherheitsanforderungen des Marktes zu entsprechen. Schließzylinder - Zylinderschloss Aufgrund der in der Praxis häufigen und mißverständlichen Verwechslung der Begriffe sei an dieser Stelle auf die Unterscheidung zwischen Schließzylinder und Zylinderschloss hingewiesen. Der Schließzylinder enthält das Schließgesperre. z.B. in Form von Stiftzuhaltungen und wird in das Zylinderschloss, z.B. ein Einsteckschloss nach DIN 18 251, eingebaut. Das Zylinderschloss enthält z.B. das Riegelwerk und die Falle. Statt „Schließzylinder“ wird umgangssprachlich und auch in den folgenden Ausführungen bisweilen kurz der Begriff „Zylinder“ verwendet. Schließzylinder Aufbau und Funktion
Die wesentlichen Bestandteile des Schließzylinders sind das Zylindergehäuse, der Zylinderkern mit Schlüsselkanal, die Stiftzuhaltungen und ein Mitnehmer, der das eigentliche Schloss betätigt. Der Zylinderkern ist drehbar im Zylindergehäuse gelagert. Die Stiftzuhaltungen bestehen beim Yaleprinzip aus unterschiedlich langen Kernstiften, Gehäusestiften und Zuhaltungsfedern. Sie sind in fluchtenden Bohrungen in Zylinderkern und Zylindergehäuse gelagert. Bei abgezogenem Schlüssel werden die Zuhaltungen durch die Zuhaltungsfedern in eine definierte Endlage gebracht, so daß die Gehäusestifte Zylinderkern und Zylindergehäuse verriegeln und das Drehen des Zylinderkernes und damit die Betätigung z.B. des Riegelmechanismus eines Zylinderschlosses verhindern. Das Drehen des Zylinderkernes ist nur möglich, wenn alle Trennebenen zwischen Gehäuse- und Kernstift mit der Trennlinie zwischen Zylinderkern und -gehäuse in Deckung gebracht sind. Dies geschieht in der Regel durch das Einführen des passenden Schlüssels in den Schlüsselkanal. Zahl der Stiftzuhaltungen beim konventionellen Yale-PrinzipSchon sehr früh wurde erkannt, daß eine Mindestanzahl von Stiftzuhaltungen erforderlich ist, um sowohl eine akzeptable Anzahl von Schließungsverschiedenheiten und eine hinreichende Sicherheit gegen das Auftasten zu erreichen. Bereits Yale jun. sah in seinem im Patent von 1865 dargestellten Schließzylinder mit einreihig angeordneten Zuhaltung fünf davon vor. Auch die ersten in größerem Umfang in Serie produzierten Schließzylinder dieser Art wiesen fünf Stiftzuhaltungen auf. Ansätze mit vierstiftigen Systemen erfolgreich zu sein, verschwanden recht bald und vierstiftige Zylinder wurden zumindestens im Baubereich nur noch als Problemlösungen für besonders kurze Zylinder mir untergeordneten Sicherheitsfunktionen akzeptiert. Um den steigenden Ansprüchen an die Sicherheit und Komplexität von Schließanlagen gerecht zu werden, entstanden durch Verwendung weiterer Stiftzuhaltungs-Paare sechs- und siebenstiftige Systeme, bei denen jedoch Zylinder- Grundlängen von beispielsweise 65 mm, 69 mm und 71 mm berücksichtigt werden müssen. Zahl der Stiftzuhaltungen bei WendeschlüsselsystemenDie Höhe des Schlüsselschaftes, der für die Nutzung von Kerbentiefen
Je nach Stärke der Zuhaltungsstifte, angestrebtem Sicherheitsniveau, tatsächlicher Funktion der Stifte im Zylinder und Systemabmessungen liegt die Zahl der genannten Stiftzuhaltungen zwischen fünf und 22. Bei der Realisierung von Schließanlagen werden die genannten hohen Stiftzahlen im Zylinder als "mögliche" Stiftpositionen genutzt, jedoch nicht generell mit Zuhaltungen besetzt.
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te diente sie als Umrüstbausatz für Buntbartschlösser zur Aufrüstung derselben und erlebte eine kurzzeitige Renaissance nach der Maueröffnung durch die Nachrüstung von Schlössern in den neuen Bundesländern und für Ersatzbedarf.
zur Verfügung steht, beträgt bei konventionellen Schließzylindersystemen 4 bis 4,5 mm. In Abhängigkeit von weiteren konstruktiven Merkmalen können bis zu zehn praktisch wirksame Kerbentiefen vorgesehen werden.
Die Dicke des Schlüsselschaftes bei Wendeschlüsselsystemen liegt bei 2 bis 2,5 mm. Zum Teil wird durch Stege auf der Breitseite die praktisch nutzbare Dicke vergrößert. Das Bohrbild bei Wendeschlüsseln ist bei marktgängigen Systemen spiegelsymetrisch auf beiden Schlüsselseiten angeordnet. Das bedeutet eine Einschränkung der Kerben- bzw. Muldentiefen und der damit verwendbaren Variationsmöglichkeiten pro Stift- position. Dies wird kompensiert durch eine hohe Zahl von Stiftzuhaltungen, die im Zylinderkern angeordnet sind bzw. einer hohen Zahl von Bohrmulden auf der Schlüsselbreitseite. Nicht gefederte sogenannte Kontrollstifte haben nicht den Sicherheitswert von vollwertigen Zuhaltungen und dürfen bei der Betrachtungsweise hinsichtlich sicherheitsrelevanter Zuhaltungen nicht mitgezählt werden. Sie haben eher die Funktion von Schlüsselprofilen bei konventionellen Flachschlüsseln.
