Kriminalstatistiken der Bundesländer: Deliktzahlen wieder rückläufig
| | Einbruchsanalysen der Polizei ergaben, dass etwa die Hälfte der Täter versucht, durch die Tür in das Haus oder die Wohnung zu gelangen. Dabei gehen die meisten Einbrüche auf das Konto von Gelegenheitstätern, die mit meist einfachen Hebelwerkzeugen wie zum Beispiel Schraubenziehern oder Brechstangen zu Werke gehen. Wichtig ist der Faktor Zeit. Leisten Türen oder Fenster länger als fünf Minuten Widerstand, geben die Diebe auf. |
Die Kriminalitätsbelastung in Deutschland hat sich 2008 wieder deutlicher reduziert. Hochgerechnet aus den Kriminalstatistiken der Bundesländer ergibt sich bei der Zahl der Straftaten für 2008 im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 2,4%. Auch in den vorangegangenen Jahren wurden Rückgänge registriert (2007/06: -0,3%; 2006/05: -1,4%;. 2005/04: -3,1%). 2008 waren die Deliktszahlen in allen Bundesländern, außer in Rheinland-Pfalz (+1,8%) und im Saarland (+5,9%) rückläufig. In den Bundesländern reichen die Veränderungen somit von -7,7% in Brandenburg bis +1,8% in Rheinland-Pfalz. Entsprechend änderte sich auch das Ranking der Bundesländer hinsichtlich der Kriminalitätsbelastung. Kennzeichen hierfür ist die Häufigkeitszahl (Straftaten je 100.000 Einwohner). Der besonders starke Rückgang führte in Brandenburg dazu, dass das Land im Ländervergleich nun vor Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt liegt, deren Kriminalitätsbelastung 2007 noch niedriger war. Rheinland-Pfalz blieb trotz der Zunahme an sechster Stelle, während das Saarland durch den aktuellen Anstieg wie schon im Jahr 2006 im Ranking wieder die achte Stelle (2007 und 2005 an fünfter Stelle) einnimmt. Am Ende stehen die Stadtstaaten, wo Berlin hinsichtlich der Kriminalitätsbelastung die „rote Laterne“ erstmals seit der Wiedervereinigung an das Land Bremen abgegeben hat. Statistisch nennenswerte Rückgänge entstehen immer dann, wenn Massendelikte abnehmen. In Berlin war es vor allem der Rückgang bei der Anzeige von Schwarzfahrern, in den bevölkerungsreichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen trugen vor allem überdurchschnittliche Abnahmen bei den Diebstahlsdelikten zum Rückgang bei. Wenn die Innenminister bei der Vorstellung ihrer Kriminalstatistiken von Zunahmen berichten mussten, dann betrafen diese in der Regel Internet-bezogene Delikte, und hier insbesondere betrügerische Handlungen beim online-Kauf oder -Verkauf von Waren. | | Straftaten 2008 | Straftaten 2008 | Veränderungen +/-Vergleich | Veränderungen +/-Vergleich | | Bundesland | Häufigkeitszahl | absolut | 2008/07 | 2007/06 | | | | | | | | Bayern | 5.203 | 651.436 | -2,3% | -1,0% | | Baden-Württemberg | 5.505 | 591.736 | -3,2% | 0,3% | | Thüringen | 6.230 | 142.620 | -3,1% | -2,0% | | Hessen | 6.708 | 407.357 | -3,2% | -1,5% | | Sachsen | 7.010 | 295.817 | -4,0% | 0,1% | | Rheinland-Pfalz | 7.116 | 293.701 | 1,8% | -3,5% | | Niedersachsen | 7.401 | 589.967 | -2,8% | 0,6% | | Saarland* | 7.540 | 78.161 | 5,9% | -6,8% | | Nordrhein-Westfalen | 8.075 | 1.453.203 | -2,8% | 0,2% | | Brandenburg | 8.246 | 209.087 | -7,7% | 1,7% | | Schleswig-Holstein | 8.472 | 240.393 | -0,9% | 0,1% | | Sachsen-Anhalt | 8.567 | 206.669 | -4,6% | 0,5% | | Mecklenburg-Vorpommern | 8.757 | 147.095 | -2,4% | -1,0% | | Hamburg | 13.354 | 236.444 | -0,3% | 0,2% | | Berlin* | 14.075 | 482.765 | -2,7% | -0,1% | | Bremen | 14.282 | 94.703 | -1,5% | 0,6% | | | | | | | | Bundesrepublik | | | -2,4% | -0,3% | Häufigkeitszahl (HZ) = Straftaten je 100.000 Einwohner *HZ beruht auf eigenen Berechnungen von Redaktion WIK
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