Einbruch - eine Frage der Zeit
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Einbruchsanalysen der Polizei ergaben, dass etwa die Hälfte der Täter versucht, durch die Tür in das Haus oder die Wohnung zu gelangen. Dabei gehen die meisten Einbrüche auf das Konto von Gelegenheitstätern, die mit meist einfachen Hebelwerkzeugen wie zum Beispiel Schraubenziehern oder Brechstangen zu Werke gehen. Wichtig ist der Faktor Zeit. Leisten Türen oder Fenster länger als fünf Minuten Widerstand, geben die Diebe auf. |
Etwa alle drei bis fünf Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Der Versicherungswirtschaft entsteht jährlich ein erheblicher Schaden. Darauf hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hingewiesen. Die Anzahl der Schäden war bei unverändert hohem Niveau im letzten Jahr mit 2,2 Prozent leicht rückläufig. Dabei wurden acht von zehn Einbrüchen tagsüber verübt. Bei etwa 30 Prozent aller Einbrüche lag die Tatzeit am Wochenende. Bei 90 Prozent der Einbrüche waren die Bewohner abwesend. Dabei kann bereits mit einfachen Maßnahmen kann die Sicherheit eines Hauses oder einer Wohnung wesentlich erhöht werden.
Türen
Folgende Schwachstellen treten am Häufigsten an der Haus oder Wohnungstür auf:
- Der Schließzylinder ragt erkennbar aus der Tür (mehr als 3 mm)
- Der Türbeschlag ist von außen ahschraubbar
- Die Tür ist eine sogenannte Leichtbautür, die zwischen den Türblättern innen und außen größtenteils aus Hohlräumen besteht
- Die Bandseite (Scharniere) der Tür ist nur unzureichend vor dem Ausheben gesichert
- Das Schließblech besteht nur aus dünnern Blech und ist nur notdürftig mit ein paar kurzen Schrauben im Türfutter verankert
Wie kann man sich schützen? Die meisten Türen werden aufgehebelt. Bei neuen Türen sollte deshalb immer eine Mehrfachverriegelung vorhanden sein. Stabile Scharniere und Hinterhaken schützen die Tür auch auf der Bandseite. Bei älteren Türen sollte darauf geachtet werden, dass ein stabiles möglichst langes Winkelschließblech eingebaut ist. Der Profilzylinder sollte ebenfalls gegen Manipulation geschützt sein. Ein Schutzbeschlag kann dem klassischen Abbrechen entgegenwirken.
Fenster
Dreißig Sekunden unbeobachtet - und der Einbrecher ist mir einfachsten Mitteln drin. Länger braucht kaum ein Täter, um durch ein ungesichertes Fenster in eine Wohnung oder ein Haus zu gelangen. Dabei sind die Fensterflügel die neuralgischen Punkte am Fenster. Ihnen sollte man bei der Sicherung deshalb besondere Aufmerksamkeit schenken. Folgende Sicherungen bieten sich für das Fenster an:
- Der komplette Einbau einbruchhemmender Fenster - in die, je nach Widerstandsklasse, verschiedene Sicherheitsmerkmale integriert sind
- Der Austausch von Fensterbeschlägen
- Der Einbau von Zusatzsicherungen wie zum Beispiel abschließbare Fenstergriffe, Bandseitensicherungen oder Zusatzriegel
- Der Einbau von Verbundsicherheitsgla
Rollläden
Einbruchhemmende Rollläden sind ein ausgezeichnetes Mittel, um gefährdete Fenster und Fenstertüren, so genannte Terrassentüren, im Erdgeschossbereich zu sichern. Ein einfacher Kunststoffrollladen erfüllt diese Anforderungen nicht. Bei einer Nachrüstung bestehender Rollläden müssen folgende Schwachstellen berücksichtigt werden:
- Zugänglichkeit der Rollladenverkleidung (zum Rollladenkasten)
- Stabilität des Rollpanzers bzw. der Rollladenstäbe
- Tiefe und Festigkeit der Ilihrungsschienen verhindern das einfache Hochschieben von außen
Diese Punkte ergeben gleichzeitig die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen:
- Rollladenverkleidung außen möglichst dicht abschließen
- Rollpanzer zum Beispiel aus doppelwandigem, stranggepresstem Aluminium
- Führungsschienen außen mit Winkelschienen nicht lösbar verstärken, mindestens 40 mm Führungstiefe erzielen
- automatisch wirkende Hochschiebesicherung im oberen Rollladendrittel oder im Rollladenkasten
- Abschlussstab aus Vollmaterial
Fazit
Ein potentieller Täter findet schnell das schwächste Glied in der Kette, wenn das Sicherheitskonzept nicht ausgereift ist oder nur einzelne Punkte abdeckt. Eine individuell erstellte Gefahrenanalyse, zeigt die Schwachstellen auf und ermöglicht es, maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte für das jeweilige Haus oder die Wohnung zu entwerfen.
Als einbruchhemmend ist ein Bauteil zu bezeichnen, das dem Täter beim versuchten Einbruch für eine bestimmte Zeitdauer mechanischen Widerstand bietet. Die Normen für Türen und Fenster unterscheiden dabei mehrere Widerstandsklassen. Warum? Weil es verschiedene Täterprofile gibt, die vom Gelegenheitstäter, der nur mit körperlicher Gewalt arbeitet, bis zu professionellen Tätern, die mit schweren Werkzeugen anrücken. |